Industrial Data Space – Wer traut sich?

virtuelle Welt

Die Sicherheit unserer persönlichen oder geschäftlichen Daten bekommt immer mehr Bedeutung in unserer heutigen Zeit. Nun gibt es eine Lösung, die unseren Alltag nachhaltig leichter gestaltet.

Was ist das Schlimmste für ein Unternehmen? Womöglich ist es der Datenverlust. Forschung, Politik und Industrie haben sich gemeinsam vorgenommen an einem virtuellen Datenraum herumzubasteln und das auf internationaler Ebene.

Industrial Data Space: Eine Idee der Fraunhofer-Forscher

Die Idee stammt von der Fraunhofer-Gesellschaft – der sogenannte “Industrial Data Space”. Johanna Wanka ist Bundesforschungsministerin und hat eine zweite Förderung für das “Fraunhofer-Projekt” entwickelt und durchsetzen können.

“Wenn es uns gelingt, das Konzept zu einem internationalen Standard zu machen, ist das auch ein Vorteil für die deutsche Wirtschaft.”

An dem gesamten Projekt arbeiten bis jetzt zwölf Fraunhofer-Institute und das seit Ende 2014. Der Industrial Data Space soll einen sicheren Datenraum zwischen verschiedenen Unternehmen gewährleisten. Seit 2016 ist der große Datenraum auf dem Markt und wird mittlerweile von 74 Mitgliedern aus 13 Ländern angenommen. Renommierte Firmen wie beispielsweise Bosch, die Deutsche Telekom, Siemens und auch Volkswagen.

In der digitalen Zeit, in der wir leben, bekommt die Datensicherheit immer mehr Bedeutung. Den Datenverlust, würde heute kein Unternehmen mehr verkraften. Die zweite Phase beschäftigt sich damit, technische Muster für die Datensouveränität in enger Zusammenarbeit mit dem Anwenderverein zu entwickeln. Auch die Konkurrenz schläft nicht, da konkurrierende Konzepte momentan aus den USA und der japanischen Initiative Industrial Value Chain aus Japan stammen.

Der gemeinsame Datenraum

Jedes Unternehmen hat die Möglichkeit, die eigenen Spielregeln festzulegen. Die jeweiligen Nutzer müssen allerdings vorher überprüft und identifiziert werden. So hat jeder die Sicherheit, dass sich nur qualifizierte Nutzer in dem “Data Space” befinden. Wichtig ist hierbei, dass die Nutzer ihre eigenen Nutzungsbedingungen festlegen, umso zu wissen, dass sich “vertraute Personen” in dem Datenraum befinden.

Doch es gibt ein Problem. In unserer vernetzten Welt gibt es leider noch eine Architektur und zusätzlich keine Standards. Und genau dieser Missstand hat die Fraunhofer-Gesellschaft dazu bewegt, eine neuartige Sicherheitsarchitektur anzulegen.

“Wir brauchten also eine alternative IT-Architektur, die nicht auf einem zentralen Datenpool basiert, sondern auf einem dezentralen Ansatz”, erläutert Reimund Neugebauer, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft und Initiator der Initiative Industrial Data Space.

Ein Stahlkonzern als Versuchskaninchen

Der Stahlkonzern Salzgitter AG hat sich auf das neue und aufregende Projekt eingelassen und war am Ende sehr überrascht – positiv überrascht. Hauptsächlich geht es um die Kommunikation der verschiedenen Lagerdaten vom Kunden bis hin zum Lieferanten. Ein rasend schneller Fortschritt in unserer digitalen Welt. Sehen, ob die Stahlsorte noch vorrätig ist? Das ist jetzt ganz einfach möglich, da das Lieferantensystem schnell Aufschluss über die verfügbare Menge an Stahlprodukten gibt.

“Der aufwendige manuelle Datenabgleich entfällt komplett”, beschreibt Prof. Dr.-Ing. Heinz Jörg Fuhrmann, Vorsitzender des Vorstands der Salzgitter AG, den Nutzen des Industrial Data Space.

Der richtige Umgang mit den Daten

Das Geschehen wird jederzeit von sogenannten Smart Data Apps begleitet. Diese Apps haben sehr viele Funktionen und erleichtern somit den Datenaustausch. Unter den Bedienoberflächen stecken sogenannte Konnektoren. Die Konnektoren haben die Aufgabe, den Datenaustausch zu organisieren und gleichzeitig zu lenken. Außerdem übernehmen sie die Sicherheit der einzelnen Daten. Und wer kümmert sich um die Sicherheit der Konnektoren? Das übernimmt das Fraunhofer-Institut für Angewandte und Integrierte Sicherheit (AISEC).

Stellen wir uns folgendes vor: Ein Spediteur liefert Stahlbleche für die Produktion von Waschmaschinen bei einem Hausgerätehersteller vor der Haustür ab. Dort wird automatisch ein Barcode ausgelesen, mit dem dann die Daten in das Produktionssystem übertragen werden. Mit den Daten des Materials kann der Blechlieferant im Anschluss die verarbeiteten Maschinen automatisch einstellen – so kann eine optimale Weiterverarbeitung erfolgen. Die Daten lagern also in keiner Cloud, sondern werden schnell und direkt zwischen dem Lieferanten und dem Kunden weitergeleitet. Man könnte allerdings auch noch weiter denken. Es besteht die Möglichkeit, den Coil mit Sensoren in den Verarbeitungsprozess einzubinden und weitere Daten zu sammeln. Denkbar wäre, dass sich der Kunde beim Lieferanten kostenlos oder gegen eine Gebühr die Daten ansehen kann. Die hängt natürlich von den vorher vereinbarten Bedingungen ab.

“Die Daten stehen zur Weiternutzung bereit, aber der Eigentümer kann steuern, wer sie zu welchen Konditionen und in welchem Umfang bekommen soll,” so Heike Niederau-Buck, CIO der Salzgitter AG. “Es gehen keine Daten raus, ohne dass ich weiß, was für Daten es sind und wer sie erhält.”

Industrial Data Space Connector

Mittlerweile gibt es sogar eine Referenzarchitektur, eine sogenannte erste Version, die die Schnittstelle zwischen Datenangebot und –nachfrage klärt. Zusätzlich gibt es zwei Konnektoren, die sich die Nutzer als Software herunterladen können. Wichtig hierbei ist der Industrial Data Space Connector, der als Basiskonnektor zwischen Daten und Nutzungsbedingungen dient und beide verbindet. In der ersten Version des Industrial Data Space Connector geht es dem Fraunhofer-Institut um Docker-Technologien. Diese sollen sicherstellen, dass sich die Abläufe nicht in den Containern korrumpieren lassen.

Wir sind gespannt auf weitere Entwicklungen der Fraunhofer-Gesellschaft! Weiter so!

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