Die Digitalisierung – Jobkiller oder nicht?

Elektriker tauscht Steckdose aus

Es steht außer Frage, dass Unternehmen in Deutschland nicht mehr davor die Augen verschließen können! Die Digitalisierung schreitet immer weiter voran und ist auch nicht mehr aufzuhalten. Es sollte keine Option für die Unternehmen sein, zu denken, sie hätten noch Zeit, sich darauf vorzubereiten bis es soweit ist. Dieser Zeitpunkt ist jedoch schon lange erreicht.

Über die Folgen der Digitalisierung gibt es allerdings noch Unstimmigkeiten. Vor allem ein Punkt sorgt immer wieder für Aufsehen: die Frage, ob die Digitalisierung unter dem Strich Arbeitsplätze schafft oder doch eher vernichtet. Es lässt sich aber eine Tendenz erkennen, dass geglaubt wird, mit der Digitalisierung gingen Wachstum und Innovation einher.

Wie stark sind Unternehmen von der Digitalisierung betroffen?

Laut einer Studie des ifo Instituts haben nur zwei Prozent der befragten Unternehmen angegeben, dass sie der Meinung sind, dass die Digitalisierung keinen Einfluss auf sie haben wird.

Dahingegen beurteilten 51 Prozent ihr Unternehmen als stark bis sehr stark durch die Digitalisierung beeinflusst. Hierbei ist die Tendenz zu erkennen, dass Unternehmen, die an ihrer Mitarbeiterzahl gemessen als große Unternehmen eingestuft werden können, eher dazu neigen, sich von der Digitalisierung stark beeinflusst zu fühlen. Kleinere Unternehmen gestehen der Digitalisierung zwar auch einen gewissen Einfluss auf ihr Unternehmen zu, jedoch im Durchschnitt eher weniger als die größeren Unternehmen.

Nicht nur die Größe der Unternehmen hat letztendlich Einfluss auf den jeweiligen Grad der Digitalisierung. Auch die Branche, in welcher das Unternehmen agiert, kann als Einflussfaktor gesehen werden. Denn hier ist zu beobachten, dass bspw. in der Industrie 42 Prozent der Unternehmen angeben, deutlich bis sehr deutlich von der Digitalisierung betroffen zu sein. Im Handel und der Dienstleistungsbranche hingegen sind es 55 Prozent bzw. 56 Prozent der befragten Unternehmen.

Wie wirkt sich die Digitalisierung auf die vorhandenen Arbeitsplätze aus?

Die Vermutung, dass die Digitalisierung Arbeitsplätze schafft, scheint sich zu bestätigen. Denn die Unternehmen, die angegeben haben, dass bei ihnen die Digitalisierung eine große Rolle spielt, sind auch gleichzeitig die Unternehmen, die prognostiziert haben, dass die Anzahl der Mitarbeiter in den nächsten fünf Jahren ansteigend wird. Auch hier schwankt die Überzeugung der Unternehmen in den verschiedenen Branchen. Der Durchschnitt aller Branchen auf die Frage wie viele damit rechnen dass es in den nächsten fünf Jahren mehr Arbeitsplätze geben wird liegt bei 73 Prozent. Im Vergleich dazu steht die Handelsbranche, hier liegt die Überzeugung bei ca. 61 Prozent und ergänzend erwähnt werden sollte auch das Verarbeitende Gewerbe, hier gehen 72 Prozent der Personalleiter davon aus, dass die nächsten fünf Jahre einen Aufschwung für die verfügbaren Arbeitsplätze in ihrem Unternehmen bergen. Auch für die Dienstleistungen sehen 80 Prozent der Personalleiter diese Entwicklung als sehr wahrscheinlich an.

Besonders auffällig ist hierbei der Vergleich von der Dienstleistungs- und der Handelsbranche. Denn hier wären eigentlich ähnliche Werte für die Zukunftschancen der Arbeitsplätze zu erwarten gewesen, da der jeweilige Grad der Digitalisierung in den beiden Branchen relativ gleich ist. Dies ist aber wie eben erwähnt nicht der Fall und deshalb wird deutlich, dass die Dienstleistungsbranche zu viel Hoffnung in die Digitalisierung setzt oder die Handelsbranche zu wenig. Welche der beiden Branchen mit ihrer Einschätzung richtig liegt, wird sich wohl in Zukunft zeigen.

Vorbereitung der Mitarbeiter auf die Digitalisierung

Ein weiterer Schritt in Richtung der erfolgreichen Digitalisierung ist die angemessene Vorbereitung der Mitarbeiter der jeweiligen Unternehmen. Laut der Studie glauben im Branchendurchschnitt 60 Prozent der Personalleiter, dass sie ihre Mitarbeiter schon gut auf die Digitalisierung vorbereitet haben. Auch hierbei wird wieder deutlich, dass die Dienstleistungsbranche positiv in Richtung Digitalisierung blickt. Denn in dieser glauben 70 Prozent, dass die Mitarbeiter gut vorbereitet sind. Im Vergleich dazu stehen die Branchen der Industrie und des Handels. Hier sind davon nur etwas mehr als die Hälfte der befragten Personalleiter überzeugt.

Vorbereiten der Mitarbeiter bedeutet in den meisten Fällen, dass diese ausgewählte Schulungen besuchen oder ähnliches. Die Entwicklung und Weiterbildung der vorhandenen Mitarbeiter wird von 95 Prozent als notwendig angesehen, um sich auf die Digitalisierung vorzubereiten. Aber nur ca. die Hälfte davon hält diese auch wirklich für die beste Methode.

Auch andere Methoden wurden mithilfe der Umfrage genannt und bewertet. Es wird bspw. auch mit Neueinstellungen versucht, das eigene Unternehmen auf die Digitalisierung vorzubereiten. Dieses Vorgehen wird von den Unternehmen als wirklich notwendig angesehen, so stimmten zumindest 90 Prozent der Befragten ab. Eine andere Möglichkeit, um das Unternehmen zu stärken und das ohne neue Mitarbeiter einzustellen, ist die Versetzung bereits vorhandener Mitarbeiter. Dies erspart neue Kosten, kann die Mitarbeiter dabei jedoch gleichzeitig auch zwingen sich neuen Aufgaben zu stellen und sich weiterzuentwickeln. Diese Methode wird von mehr als dreiviertel der Unternehmen durchgeführt, aber nur etwas weniger als die Hälfte hält diese Methode für eine der wichtigsten. Eine weitere Möglichkeit ist das Outsourcen gewisser Abteilungen, um die jeweiligen Kosten zu sparen. Diese Art der Vorbereitung auf die Digitalisierung wird nur von ca. 15 Prozent der Anwender für wichtig erachtet.

Ein positives Fazit zum Umgang mit der Digitalisierung

Abschließend können wir also sagen, dass die Unternehmen wissen, dass sie sich auf die Digitalisierung vorbereiten müssen. Sie versuchen aber noch den optimalen Ansatz dafür zu finden, um auch ihre Mitarbeiter ausreichend zu trainieren. Gleichzeitig gehen viele Unternehmen davon aus, dass die Digitalisierung sich eher positiv auf die Anzahl der Arbeitsplätze auswirkt als umgekehrt.

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