Das Ringen um die Stahlsparte

Probleme in der Stahlbranche

ThyssenKrupp hat neue Pläne. Der Stahlkonzern möchte in Zukunft die eigene Stahlsparte mit dem Londoner Europageschäft des indischen Mitspieler Tata Steel zusammenlegen. Dennoch kam es bist jetzt zu keinem neuen Ergebnis.

Dieser Plan besteht schon seit ungefähr einem Jahr und positive Nachrichten bleiben aus. Mit der Zusammenlegung würde nach Arcelor-Mittal der zweitgrößte Stahlproduzent entstehen. Allerdings gestaltet sich das Thema sehr schwer, da immer wieder neue Probleme und Unsicherheiten auftreten.

Probleme in der Stahlbranche überwinden

Die letzten Jahre haben es der Stahlbranche nicht leicht gemacht. Themen wie der Brexit, der Führungswechsel bei Tata oder die überhöhten Pensionslasten der Briten sind derzeit in aller Munde. Diese Hürden sind allerdings immer noch nicht so fatal wie die Arbeitnehmervertreter von Thyssen-Krupp oder so wie die IG Metall. Beide Konzerne haben diesen Plan dankend abgelehnt.

Nun wendet sich allerdings das Blatt und es zeigt sich eine neue Alternative auf. Es könnte eine radikale Aufspaltung des Konzerns in Verbindung mit einer Prüfung geben. In diesem Fall ist es denkbar, dass es zwei voneinander unabhängige Unternehmen gibt. Ein Unternehmen, das sich nur um die europäische Stahlproduktion kümmert und ein Unternehmen, das für die übrigen zukunftsträchtigen Technologien steht. Zum zweiten Unternehmen würden Bereiche wie beispielsweise die Industrielösungen, der Anlagenbau oder die Autozuliefereraktivitäten hinzukommen – oftmals haben diese Bereiche einen sehr wichtigen Bestandteil und machten in den letzten Jahren ungefähr 80 Prozent des Umsatzes aus.

Vom Aufzuggeschäft bis hin zur Industrielösung

Beteiligte bestätigen diese Pläne und die Börse gibt ein Plus zu diesen Gerüchten ab. ThyssenKrupp und die IG Metall halten sich allerdings streng zurück: “Sie können davon ausgehen, dass wir stets alle Optionen in Betracht ziehen”, sagt eine Konzernsprecherin lediglich. Die Gespräche dauern an, dennoch wird weiterhin mit Tata Steel über eine Zusammenarbeit der europäischen Stahlsparten gesprochen.

Heinrich Hiesinger, Vorstandsvorsitzender der ThyssenKrupp AG, ist in den letzten Wochen in die Bredouille gekommen, er sollte eine Lösung präsentieren, die es bis dato nicht gab. Das Ergebnis war, dass Aktionäre und Investoren höhere Renditen forderten. Dem Konzern wurde außerdem nahegelegt, sich vom Stahlgeschäft zu trennen und sich auf wichtigere Bestandteile zu fokussieren.

Rhein und Ruhr machen es vor

Ob die Aufspaltung die Lösung am Ende ist, weiß bis jetzt noch keiner. Mehrere Unternehmen in der Rhein- und Ruhrumgebung haben es schon vorgemacht. Beispielsweise der Handelskonzern Metro. Metro Wholesale & Food ist für den Lebensmittel- und Großhandel zuständig, Ceconomy für die Elektronikmärkte von Media-Markt und Saturn. Die meisten Unternehmen sind erfolgreicher, wenn sie den Markt alleine angehen. Eine Trennung ist allerdings oft aufwendig, zeitintensiv oder auch sehr teuer. Wenn alles so kommt, wie sich die Aktionäre von ThyssenKrupp das vorstellen, kann sich der Stahlkonzern aussuchen, ob das Geld eher in das klassische Stahlgeschäft oder in die Technologien fließen soll.

Stimme über Stimme

Die Stahlimporte aus China drücken den gesamten Stahlpreis runter, gleichzeitig sind es aber auch die Dumping-Vorwürfe. Die Folge: Kündigungen. Zunächst heißt es, dass sich der Stahlmarkt konsolidieren soll. Aus diesem Grund wird nun schon länger mit dem indischen Konkurrenten Tata Steel verhandelt. Der Sinn hinter diesen Plänen ist, dass ein gemeinsames Tochterunternehmen die Kosten sparen könne. Allerdings sieht ThyssenKrupp die alleinige Aufspaltung auch nicht als erfolgreiche Lösung für das Problem, denn damit würde nur die Überkapazität ausgeglichen werden.

“Wir machen uns Sorgen um die Arbeitsplätze an den deutschen Standorten”, sagte Detlef Wetzel von der IG Metall, der auch Vize-Aufsichtsratschef von ThyssenKrupp Steel ist, vor einigen Wochen.

Die Seite der Arbeitnehmer steht also zusammen. Die Pläne gemeinsam mit Tata Steel können allerdings nur mit einer Doppelstimme des Aufsichtratsvorsitzenden Ulrich Lehner erfolgen.

“Es kann doch nicht sein, dass sich ein Vorstand in eine Option verrennt und nicht einmal Bereitschaft zeigt, andere strategische Optionen zu entwickeln”, legte Wetzel jetzt in der Börsen-Zeitung nach.

Wir sind gespannt auf weitere Neuigkeiten!

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